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08 Ratgeber

Energiespeicher mit 10 kWh, 15 kWh oder mehr? So wird die Kapazität bestimmt

10, 15 oder 20 kWh? Die Kapazität ist nicht die einzige Zahl, auf die es ankommt — und meist nicht die wichtigste.

Bei der Wahl eines Energiespeichers konzentriert man sich sehr leicht auf eine einzige Zahl: die Kapazität der Batterie. 10 kWh, 15 kWh, 20 kWh. Je mehr, desto besser? Nicht unbedingt.

Ein gut ausgelegter Speicher sollte dazu passen, wie das Haus tatsächlich Energie verbraucht. Ein zu kleiner ist schnell leer, ein zu großer bleibt über einen erheblichen Teil des Jahres ungenutzt.

kW und kWh sind nicht dasselbe

Das ist der grundlegende Unterschied, den man im Kopf behalten sollte.

kWh sagt, wie viel Energie der Speicher aufnehmen kann.
kW sagt, mit welcher Leistung das System diese Energie abgeben oder aufnehmen kann.

Man kann also eine große Batterie haben, die viel Energie speichert, während das System gleichzeitig in der Momentanleistung begrenzt ist. Das ist vor allem beim Ersatzstrombetrieb wichtig, wenn mehrere größere Verbraucher zugleich laufen können.

Zuerst den Verbrauch am Abend und in der Nacht prüfen

In einem typischen Haus erzeugt die Photovoltaik tagsüber am meisten. Ein großer Teil des Verbrauchs fällt dagegen am Abend an, wenn die Bewohner von der Arbeit kommen und Küche, Beleuchtung, Fernseher, Waschmaschine oder Spülmaschine laufen.

Verbraucht das Haus von Sonnenuntergang bis zum Morgen beispielsweise einige kWh, sollte der Speicher vor allem zu diesem Profil passen. Der reine Jahreswert von der Abrechnung reicht dafür nicht aus.

Zweite Frage: wie viel Überschuss erzeugt die PV-Anlage?

Erzeugt die Anlage an einem sonnigen Tag deutlich mehr, als das Haus gerade verbraucht, hat der Speicher etwas zu laden. Ist die Anlage klein und wird der größte Teil der Erzeugung sofort verbraucht, bleibt eine sehr große Batterie häufig unvollständig geladen.

Deshalb gehört die Auslegung des Speichers mit der Analyse der Photovoltaik zusammen.

Speicher für Eigenverbrauch oder für Ersatzstrom?

Das ist eine sehr wichtige Frage.

Geht es vor allem darum, die eigene Energie am Abend zu nutzen, kann das System auf den täglichen Lade- und Entladezyklus ausgelegt werden.

Soll die Versorgung bei Netzausfall Vorrang haben, ist zusätzlich zu klären:

  • welche Stromkreise laufen sollen,
  • wie lange sie laufen sollen,
  • welche Gesamtleistung sie haben,
  • ob das System das ganze Haus oder nur vorrangige Stromkreise versorgen soll,
  • ob die PV-Anlage bei Netzausfall ebenfalls arbeiten soll.

Kühlschrank, Router, Beleuchtung und einige Steckdosen brauchen erheblich weniger Leistung als Induktionskochfeld, Wärmepumpe und Warmwasserspeicher im gleichzeitigen Betrieb.

Reichen 10 kWh?

In vielen Häusern können 10 kWh ein vernünftiger Wert sein, eine für alle passende Kapazität gibt es aber nicht. In einem Gebäude genügt weniger, in einem anderen sind 15, 20 oder mehr kWh die bessere Wahl.

Es lohnt sich außerdem zu prüfen, ob sich das gewählte System später um ein weiteres Batteriemodul erweitern lässt.

Abrechnung und Eigenverbrauch

Wie Überschüsse vergütet werden, unterscheidet sich je nach Land: in Deutschland über die Einspeisevergütung nach dem EEG, in Polen über das Net-Billing, bei dem die Überschüsse wertmäßig verrechnet werden.

In beiden Fällen gilt dasselbe: Energie, die im Haus selbst verbraucht wird, ist in der Regel mehr wert als eingespeiste Energie. Ein gut ausgelegter Energiespeicher kann deshalb wichtiger sein als die maximale Leistung der PV-Anlage.

Fazit

Statt mit der Frage „10 oder 15 kWh?“ zu beginnen, prüft man besser zuerst:

  • wie viel Energie das Haus nach Sonnenuntergang verbraucht,
  • wie viel Überschuss die Photovoltaik liefert,
  • ob eine Ersatzstromversorgung gebraucht wird,
  • welche Leistung die wichtigsten Verbraucher benötigen,
  • ob das System später erweitert werden soll.

Erst auf dieser Grundlage lassen sich Kapazität und Leistung des Speichers sinnvoll bestimmen.

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