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08 Ratgeber

PV-Carport: eine Überdachung, die das Auto schützt und Strom erzeugt

Wenn das Dach klein oder verschattet ist oder einfach frei bleiben soll, ist die Fläche über dem Auto oft der bessere Platz für Module.

Nicht jedes Grundstück hat ein ideales Dach für Photovoltaik. Das Dach kann klein, verschattet oder stark verwinkelt sein, oder der Bauherr möchte schlicht keine Module darauf montieren.

In so einem Fall ist ein PV-Carport eine interessante Lösung: ein Unterstand für Fahrzeuge, dessen Überdachung aus PV-Modulen besteht.

Zwei Aufgaben in einer Konstruktion

Ein klassischer Carport schützt das Fahrzeug vor Sonne, Regen und Schnee. Ein PV-Carport tut dasselbe und erzeugt zusätzlich elektrische Energie.

Die Fläche über dem Stellplatz übernimmt damit auch eine energetische Funktion.

Wie viele Module passen darauf?

Das hängt von den Abmessungen der Konstruktion, der Zahl der Stellplätze und den verwendeten Modulen ab. Schon in der Planung lohnt sich ein Blick auf:

  • Länge und Breite des Carports,
  • die Ausrichtung nach Himmelsrichtungen,
  • die Verschattung,
  • den Neigungswinkel der Module,
  • die Entwässerung,
  • die Leitungsführung,
  • die Tragfähigkeit der Konstruktion.

Wenn eine bestimmte Anlagenleistung das Ziel ist, plant man die Konstruktion besser von Anfang an für die Module, statt Module nachträglich auf einen fertigen Unterstand zu legen.

Carport und Elektrofahrzeug

Das ist eine naheliegende Kombination. Das Fahrzeug steht unter der Überdachung, daneben kann die Wallbox sitzen. Mit passender Steuerung lässt sich ein Teil der PV-Energie direkt ins Laden leiten.

Mehr dazu auf der Seite EV-Ladestationen.

Und wenn das Auto tagsüber unterwegs ist?

Dann ist ein Energiespeicher eine gute Ergänzung. Der Überschuss, den der Carport tagsüber erzeugt, lässt sich später für das Haus nutzen.

Zu bedenken ist aber, dass die Batterie eines Elektrofahrzeugs in der Regel deutlich größer ist als ein Hausspeicher. Der Hausspeicher stützt deshalb das gesamte System, ersetzt das Netz aber nicht in jedem Ladeszenario.

Carport statt Module auf dem Dach?

In manchen Projekten ja. Ein Carport ist besonders interessant, wenn:

  • das Dach stark verschattet ist,
  • das Dach wenig Fläche bietet,
  • sein Zuschnitt eine sinnvolle Modulbelegung erschwert,
  • ohnehin ein Unterstand gebaut werden soll,
  • eine kurze Verbindung von PV und Ladestation gewünscht ist.

Ein Carport kann auch ein zusätzlicher Teil einer größeren Photovoltaikanlage sein.

Die Konstruktion zählt so viel wie die Module

Ein Carport besteht nicht nur aus Modulen und Wechselrichter. Die Konstruktion muss die Lasten aufnehmen, der Witterung standhalten und eine sichere Leitungsführung ermöglichen.

Auch Höhe, Stützenabstand, das Öffnen der Fahrzeugtüren, die Entwässerung und die Zufahrt wollen durchdacht sein.

Formalitäten

Der Umfang der Formalitäten hängt von den Parametern der Konstruktion, der Art der Fundamentierung, dem Standort und den geltenden Bauvorschriften ab — in Deutschland von der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Deshalb sollte das konkrete Vorhaben vor Baubeginn einzeln geprüft werden.

Fazit

Ein PV-Carport nutzt die Fläche über dem Fahrzeug zur Energieerzeugung. Er kann als eigenständige Anlage arbeiten oder als Teil eines größeren Systems aus Photovoltaik am Gebäude, Energiespeicher und Ladestation.

Das beste Ergebnis entsteht, wenn Konstruktion und Elektrotechnik von Anfang an gemeinsam geplant werden.

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