An einem sonnigen Tag erzeugt eine Photovoltaikanlage deutlich mehr Energie, als das Haus im selben Moment verbraucht. Gibt es keine Geräte, die diese Energie aufnehmen, geht der Überschuss ins Netz.
Wie die Einspeisung vergütet wird, unterscheidet sich je nach Land — in Deutschland über das EEG, in Polen über das Net-Billing. In beiden Fällen ist selbst verbrauchte Energie in der Regel mehr wert als eingespeiste, weshalb immer mehr Anlagenbesitzer nach Wegen suchen, den Eigenverbrauch zu erhöhen.
1. Geräte in die Mittagsstunden verlegen
Das ist der einfachste Weg. Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner und andere Geräte können laufen, wenn die Anlage am meisten erzeugt.
Bei vielen Geräten genügt dafür die Startzeitvorwahl.
2. Warmwasser während der Erzeugung bereiten
Warmwasser kann wie ein einfacher Energiespeicher wirken. Läuft der Warmwasserspeicher oder die Wärmepumpe dann, wenn die PV-Anlage Überschuss liefert, wird ein Teil der elektrischen Energie als Wärme im Speicher abgelegt.
Das beste Ergebnis bringt eine automatische Steuerung des Geräts.
3. Energie in einer Batterie speichern
Ein Energiespeicher lädt sich bei Überproduktion und gibt die Energie am Abend an das Haus ab.
So lässt sich der mittags erzeugte Strom einige Stunden später nutzen.
Die Kapazität des Speichers sollte zur Höhe der Überschüsse und zum Abendverbrauch passen.
4. Das Elektroauto laden
Ein Elektrofahrzeug ist ein großer Verbraucher und kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Steht das Auto tagsüber am Haus, kann eine passende EV-Ladestation einen Teil des PV-Überschusses aufnehmen.
Bei dynamischer Steuerung ändert sich die Ladeleistung zusammen mit der aktuellen Erzeugung der Anlage.
5. Automatisierung nutzen
Das komfortabelste System verlangt keinen täglichen Blick in die App. Ein Energiezähler oder ein EMS kann die Energieflüsse überwachen und die Verbraucher selbsttätig steuern.
Beispielsweise kann das System zuerst das Haus versorgen, dann den Speicher laden, anschließend das Warmwasser erwärmen oder die Ladeleistung des Fahrzeugs erhöhen.
Lohnt es sich, die Anlagenleistung zu erhöhen?
Deckt die vorhandene Photovoltaik den künftigen Bedarf nicht, kann eine Erweiterung sinnvoll sein.
Das muss nicht bedeuten, weitere Module auf das Dach zu legen. Zusätzliche Fläche bietet auch ein PV-Carport oder ein Photovoltaik-Zaun.
Vor der Erweiterung sind allerdings die Möglichkeiten des Wechselrichters, des Netzanschlusses und der bestehenden Elektroinstallation zu prüfen.
Fazit
Am besten lassen sich PV-Überschüsse nutzen, indem man mehrere Wege kombiniert. Ein Teil der Geräte läuft tagsüber, ein Teil der Energie wandert in die Batterie, größere Überschüsse gehen ins Elektrofahrzeug oder in die Warmwasserbereitung.
Je besser das System zum Alltag der Bewohner passt, desto größer ist der Anteil der eigenen Erzeugung, der vor Ort genutzt wird.